Festakt für Ehrenamtliche: Blaue Engel sind bescheiden
Westdeutsche Zeitung, 22.04.2012, Kerstin Schlieper
Mit einem Festakt feiern die Ehrenamtlichen ihr 30-jähriges Bestehen.
Sie alle sind Engel der ersten Stunde: Seit 30 Jahren helfen und unterstützen sie kranke Menschen.
„Ich danke Ihnen für die vielen Worte, auch wenn es fast ein wenig überzogen war. Schließlich geben wir ja nicht nur, wir nehmen auch – wer etwas für andere tut, tut auch etwas für sich selbst.“ Mit den resoluten Worten der 85-jährigen Anita Stiller endete der Festakt zum Doppeljubiläum: 30 Jahre Blaue Engel und 20 Jahre Förderverein. Und die Worte waren symptomatisch für den Verlauf des Abends: Während die Redner den unermüdlichen Einsatz der Blauen Engel lobten, schienen die Geehrten selbst beinahe ein wenig peinlich berührt, als wäre ihnen all die Aufmerksamkeit unangenehm.
Die Aufgaben: spazieren gehen, einkaufen oder einfach zuhören
Dabei hatten sie das Dankeschön verdient: seit 30 Jahren sind sie nun im Auftrag der Menschlichkeit unterwegs. Still und selbstverständlich. Anita Stiller erinnert sich: „Als wir damals anfingen, da war die Arbeit noch eine ganz andere. Da war mehr praktische Hilfe gefragt: Wir sind mit Demenzkranken spazieren gegangen, haben Einkäufe erledigt, Menschen bei der Briefwahl geholfen, Wäsche aus den Wohnungen geholt.
Heutzutage beschränkt sich die Tätigkeit fast nur auf Reden und Zuhören. Sie ist ein Engel der ersten Stunde, die Mitbegründerin und „Mutter“ der Organisation – und das nicht mal ganz freiwillig. „Ich wurde damals gefragt, ob ich bei dieser Sache mitmachen möchte. Ich sagte ja.
Und wurde beim ersten Treffen als Organisatorin begrüßt.“ Sie nahm die Aufgabe an und blieb für viele Jahrzehnte die Seele der Gesellschaft. Edith Bohnen, Leiterin des Sozialdienstes Katholischer Frauen: „Ohne Frau Stiller wären die Engel nicht das, was sie heute sind. Sie hat eine Art, mit Menschen umzugehen, die einmalig ist.“
Engel helfen Menschen in Krankenhaus und Seniorenheim
Die Gruppe der ehrenamtlichen „Blauen Engel“ gehört seit ihrer Gründung 1983 zum Sozialdienst Katholischer Frauen Ratingen. Die Bezeichnung „Blaue Engel“ haben Patienten im Hinblick auf die von den Helfern getragenen blauen Kittel „erfunden“.
Der Förderverein Marien-Krankenhaus Ratingen wurde im April 1992 gegründet. Zweck des Vereins: die St. Marien-Krankenhaus GmbH Ratingen mit ihren Einrichtungen Krankenhaus, St. Marien-Seniorenheim, Seniorenzentrum Marienhof, finanziell und ideell, zum Wohle der alten und kranken Mitbürger zu unterstützen.
Auch die anderen Engel sind durchweg energische Damen. Edith Bohnen: „Die Blauen Engel ziehen starke und kritische Persönlichkeiten an.“ Mit viel Herz und unermüdlichem Einsatz sind sie für die Patienten des Marienkrankenhauses und des Seniorenheims da. Karin Weidner-Hegenbarth, Vorsitzende des Fördervereins, mahnte: „Mit Blick auf den aktuellen demografischen Wandel ist immer wieder die Rede von zwingend erforderlichen Netzwerken: Die Blauen Engel sind besondere Perlen in dieser Kette.“
Auch der Geschäftsführer des Marien Krankenhauses, Ralf Hermsen, fand nur warme Worte: „Wenn man sieht, mit wie viel Engagement und Herzblut hier alle bei der Sache sind, kann man nur positiv in die Zukunft blicken.“
Doch unterm Strich, hinter allen Worten, hinter aller Theorie und allen wirtschaftlich-sozialen Erwägungen bleibt die zwischenmenschliche Erfahrung, die alle Blauen Engel eint: Der Kontakt mit den Menschen, manchmal kurz, aber oft mit bleibendem Eindruck.
„Besonders im Gedächtnis geblieben ist mir der Fall einer Frau, die bitter geweint hat, weil sie seit Jahren keinen Kontakt mehr zu ihrem Sohn hatte. Ich habe ihn angerufen und konnte ihn überzeugen, seine Mutter zu besuchen. Das habe ich nie vergessen“, sagt Stiller.
30 Jahre "Blaue Engel", 20 Jahre Förderverein im St. Marien-Krankenhaus
Handeln aus Liebe zum Mitmenschen
Ratinger Wochenblatt, 26.04.2012, mp
„Es gibt nichts Gutes außer man tut es“ – was Erich Kästner einst zu Papier brachte und die SkF-Vorsitzende Edith Bohnen am Samstag im Rahmen einer Feierstunde zitierte, passte bestens zum Anlass – 30 Jahre „Blaue Engel“ und 20 Jahre Förderverein im St. Marien-Krankenhaus galt es im Ärztezentrum an der Mülheimer Straße zu würdigen. Eines zog sich wie ein roter Faden durch alle Reden, die an diesem Morgen im Seminarraum des Hauses gehalten wurden: Ein dickes Lob für Ratinger Bürger, die sich ehrenamtlich für ihre Mitmenschen engagieren – sei es bei den „Blauen Engeln“ im direkten Kontakt mit den Patienten am Krankenbett oder beim Förderverein, der durch Mitgliederbeiträge und großzügige Spenden viel Gutes für das Krankenhaus bewirkt hat.
Zahlreiche Gäste hatten den Weg an die Mülheimer Straße 37 gefunden – darunter Professor Hartmut Straub, ehemaliger Ärztlicher Direktor des St. Marien-Krankenhauses, und sein Nachfolger Dr. Stefan Kniesburges sowie der Beiratsvorsitzende Rolf Theißen. Im Mittelpunkt standen aber jene, die es an diesem Tag zu ehren galt, nämlich die „Blauen Engel“ und der Förderverein. Dessen Vorsitzende Karin Weidner-Hegenbarth betonte, dass es auch ihr und ihren Mitstreitern um „die Liebe zu unseren Mitmenschen“ geht. In diesem Sinne tragen die Förderer Jahr für Jahr 15 000 bis 20 000 Euro zusammen. Das Geld wird für Verbesserungen im Krankenhaus verwendet, die aus dem laufenden Etat nicht bezahlt werden können.
Edith Bohnen, Vorsitzende des Sozialdienstes katholischer Frauen, sprach für die „Blauen Engel“ – ist dieser Krankenhaus-Besuchsdienst doch seit der Gründung dem SkF angeschlossen. Und schon bei dieser Gründung war die Resonanz erstaunlich: Wie sich Edith Bohnen erinnerte, meldeten sich auf einen ersten Presseaufruf im Jahre 1982 gleich 22 Frauen, die mitmachen wollten. Zusätzlich wurde, ebenfalls viel schneller als erwartet, ein Besuchsdienst für das Seniorenheim aus der Taufe gehoben.
Die Patienten übrigens waren es, denen der Begriff „Krankenhaus-Besuchsdienst“ viel zu sperrig war und die dann begannen, von „Blauen Engeln“ zu sprechen. Ein Begriff, der liebevolle Wertschätzung signalisiert. Edith Bohnen lobte die Mitstreiterinnen für die „Kontinuität ihrer Arbeit und ihre Kreativität“. Sie mahnte angesichts der demografischen Entwicklung aber auch an: „Es gibt noch viel Arbeit für Ehrenamtliche und wir brauchen immer wieder Verstärkung!“
Ralf Hermsen, der Geschäftsführer der St. Marien-Krankenhaus GmbH, hatte in dieser Funktion schon das 20-jährige Jubiläum der „Blauen Engel“ vor zehn Jahren miterlebt. Er erinnerte daran, welch rasante Entwicklung in dieser Zeit im Krankenhaus und in den beiden Pflegeheimen vonstattenging: Schaffung und Erweiterung eines Palliativ-Bereiches, Verstärkung der Kurzzeitpflege, Bau des Ärztezentrums und damit einhergehend eine immer stärkere Verzahnung des ambulanten mit dem stationären Bereich sowie die Einrichtung einer Notfallambulanz. „Man muss bedenken, dass in den letzten fünf Jahren 80 Krankenhäuser hierzulande vom Markt verschwunden sind“, betonte Hermsen. Es sei sehr wichtig gewesen, sich für die Zukunft neu aufzustellen. Dass dies weitgehend gelungen ist, sei nicht zuletzt dem „ehrenamtlichen Spirit“ im Hause durch Förderverein und „Blaue Engel“ zu verdanken,
Das anschließende Grußwort des Bundestagsabgeordneten Peter Beyer (CDU) enttäuschte dann jedoch viele Besucher: Zu viele Allgemeinplätze, zu viele Fremdwörter und zu wenig Bezug zum Anlass der Feierstunde. Wohltuend präzise und schnörkellos hingegen die Festansprache von Dechant Benedikt Bünnagel, der zunächst daran erinnerte, dass die „Blauen Engel“ in der Anfangszeit schon mal ein „Wer sind Sie denn?“ aus den Krankenbetten entgegenschlug. Das sei heute selten, „denn Sie haben inzwischen einen hohen Bekanntheitsgrad erreicht“.
Auch Pfarrer Bünnagel würdigte das ehrenamtliche Engagement von „Engeln“ und Förderverein, und hob einen weiteren Aspekt hervor – nämlich dass die Mitglieder beider Gruppen auch mit einem Gemeinschaftserlebnis belohnt werden. Da gab es viel zustimmendes Nicken unter den Zuhörern. Und der Dechant fügte hinzu: „Sie verschenken Zeit, und Zeit ist das Wertvollste, das wir haben. Dafür spreche ich Ihnen voller Hochachtung und mit großem Respekt meinen Dank aus!“
Zum Abschluss der Feierstunde wurden 14 „Blaue Engel“ geehrt, die seit 30 Jahren ihren Dienst im St. Marien-Krankenhaus versehen: Christel Litters, Marlene Pink, Loui Runde, Anita Stiller, Christel Böcker, Heidemarie Müller, Marlene Frohnhoff, Gudrun Baumgard, Josefine Multhaupt, Elisabeth Offergeld, Christa Barghorn, Brigitte Becker, Hannelore Bergmann und Gertrud Giesler.
Werben um den Hausarzt
Rheinische Post, 11.02.2012
Von Julia Brabeck
St. Marien-Krankenhaus und Arztpraxen arbeiten bei der Ausbildung in einem Verbund zusammen. In Deutschland herrscht ein Mangel an Allgemeinmedizinern. Besonders ländliche Gebiete sind davon betroffen – viele Praxen schließen, da kein Nachfolger gefunden werden kann. Ratingen gehört noch nicht zu den unterversorgten Gebieten.
Damit das so bleibt und die medizinische Versorgung der Ratinger weiter gewährleistet werden kann, haben sich nun das St. Marien-Krankenhaus und einige niedergelassene Arztpraxen zu einem Weiterbildungsverbund zusammengeschlossen. Ziel dieser Kooperation ist es, jungen Ärzten optimale Rahmenbedingungen für die Ausbildung zum Facharzt (verbunden mit finanziellen Anreizen) zu bieten und dadurch den Nachwuchs an die Region zu binden.
Wechsel mit Problemen
Bisher war die fünfjährige Facharztausbildung zum Allgemeinmediziner schwierig, weil sie die Ausbildung in verschiedenen Abteilungen einer Klinik (wie die internistische Abteilung oder die Pädiatrie) und in der Praxis eines Allgemeinmediziners vorschreibt. Oft funktioniert der Wechsel zwischen den verschiedenen Abteilungen aber nicht reibungslos, es müssen Wartezeiten zwischen den einzelnen Stationen überbrückt werden. "Der Verbund garantiert nun einen nahtlosen Anschluss und vermittelt den jungen Ärzten Arztpraxen, die auch fortbilden dürfen", sagt Bernd Zimmer, Vizepräsident der Ärztekammer Nordrhein.
Ein Abwandern in andere Regionen, um dort schneller die Ausbildung fortsetzen zu können, ist damit nicht mehr nötig. "Für Ärzte ist es später außerdem einfacher, sich dort niederzulassen, wo ihnen bereits das Umfeld und die Kollegen vertraut sind. Deshalb ist solch ein Verbund sehr wichtig, denn er hilft auch, einen guten Kontakt zwischen niedergelassenen Ärzten und dem Krankenhaus herzustellen", sagt Zimmer.
Besonders für Ärztinnen sei ein solches Netzwerk wichtig, um Beruf und Familie koordinieren zu können. 70 Prozent der Medizinstudenten sind inzwischen weiblich. Insgesamt beteiligen sich bisher an dem neuen Verbund acht Gemeinschaftspraxen. "Darunter sind Praxen mit den unterschiedlichsten Schwerpunkten wie Sportmedizin oder Homöopathie. Da müsste sich eigentlich jeder Auszubildende wiederfinden", sagt Professor Andreas Wagner, Chefarzt am St. Marien-Krankenhaus. Er und die niedergelassenen Ärzte erhoffen sich unter anderem von der Beteiligung an dem Verbund, qualifizierte Mitarbeiter zu finden.
Bernd Zimmer ermuntert die Ärzte, mit ihrem Engagement an die Öffentlichkeit zu gehen. Sie sollen in ihren Praxisräumen aushängen, dass sie ausbilden.
Kinder sind willkommen
Kaffee, Kuchen, Babybrabbeln und viele freudige Umarmungen: Seit rund fünf Jahren gibt es den beliebten Neujahrsempfang der geburtshilflichen Abteilung des St. Marien-Krankenhauses.
Neujahrsempfang für Neugeborene
Ratinger Wochenblatt, 05.01.2012
Wie im letzten Jahr veranstaltet die geburtshilfliche Abteilung des St. Marien-Krankenhauses wieder den schon traditionellen Neujahrsempfang der im Vorjahr dort geborenen Kinder. Das Motto lautet: „Diese Hände haben mich ins Leben begleitet“. Eltern und Babys kommen am Dienstag, 10. Januar, von 14.00 bis 17.00 Uhr im Foyer des Krankenhauses zusammen.
Für alle im Jahr 2011 an der Werdener Straße geborenen Kinder haben die Kinderkranken¬schwestern der Station 1 B (Wöchnerinnen-Station) bunte Schmetterlinge aus Pappe ausge¬schnitten und mit Namen und Geburtsdatum der Kinder beschriftet. Diese Schmetterlinge aus Pappe ausgeschnitten und mit Namen und Geburtsdatum der Kinder beschriftet. Diese Schmetterlinge schmückten bis zum 01. Dezember die Säuglingsstation und hängen jetzt an einem großen Tannenbaum im Foyer des Krankenhauses. Am Dienstag werden die Schmetterlinge sowie als kleines Geschenk Fotos der Hände der an Geburt und Wochenbett¬betreuung beteiligten Mitarbeiterinnen in einer Feierstunde bei Kaffee, Saft und Kuchen den Eltern als Erinnerung an die Geburt im St. Marien-Krankenhaus überreicht.
Dem Sterbenden die Hand reichen
Ratinger Wochenblatt, 29. Dezember 2011
Krankenhaus und Hospizbewegung erweitern Bereich für palliative Pflege
In der Regel ist es so, dass die Ausweitung eines medizinisch-sozialen Angebots in unserer Stadt eine freudige Nachricht ist. In diesem Fall ist das mit der Freude so eine Sache, denn es geht die Erweiterung des Bereiches "Palliative Pflege und hospizliche Betreuung“ im St.-Marien-Seniorenheim – und damit um das schwierige Thema Tod und Sterben.
2008 hat die St.-Marien-Krankenhaus GmbH in Zusammenarbeit mit der Hospizbewegung Ratingen den entsprechenden Bereich etabliert – er umfasste drei Betten für Menschen, die unheilbar krank sind. Damals hatte wohl keiner der Verantwortlichen geglaubt, dass drei Jahre später, im September 2011, schon die Erweiterung auf sechs Betten erfolgen würde. Immerhin haben die Initiatoren schon 2009 einen Beweis bekommen, dass sie auf dem richtigen Weg sind: Da erhielten Krankenhaus und Hospizbewegung nämlich den Gesundheitspreis des Landes NRW.
Der Bereich "Palliative Pflege und hospizliche Betreuung“ nimmt schwerstkranke Menschen auf, die nicht mehr zu Hause gepflegt und betreut werden können. Oft sind es Krebspatienten in einem nicht mehr heilbaren Stadium ihrer Krankheit. Diese werden im Heim an der Werdener Straße meist weiter vom Hausarzt betreut, aber auch die onkologische Praxis im benachbarten Ärztehaus steht mit ihrem Wissen zur Verfügung – ebenso wie die Krankenhausärzte mit ihren fachlichen Spezialisierungen.
Für die palliative Pflege gibt es eine entsprechende Zusatzqualifikation, die vier Pflegekräfte der Krankenhaus GmbH mit finanzieller Unterstützung der Hospizbewegung erworben haben. Doch da ist ja noch der Bereich der „emotionalen Unterstützung“, wie es Geschäftsführer Ralf Hermsen formuliert. Selbstverständlich will Hermsen den Pflegekräften keine Arbeit ohne jede Emotion unterstellen – doch gerade Patienten am Ende des Lebensweges brauchen eine Form der Zuwendung, die im Pflegealltag oft nicht zu leisten ist. Hier kommen die ehrenamtlichen Hospizhelfer ins Spiel, die ja ebenfalls eine Schulung für die Sterbebegleitung absolviert haben. Wie wichtig sie sind, hebt Ralf Hermsen hervor: „Ohne die Hospizbewegung hätten wir den Palliativ-Bereich gar nicht etablieren können.“
Eine weitere Qualität dieses Angebotes ist die Hilfe für die Angehörigen. Für sie stehen in der Nähe der Krankenzimmer ein Aufenthaltsraum und eine Teeküche zur Verfügung. Wenn es die Angehörigen es wünschen, können sie sogar im Palliativ-Bereich übernachten. Und sie haben stets die Möglichkeit, ihre Sorgen und Ängste mit den Hospizhelferinnen zu besprechen. Diese kümmern sich natürlich auch nach dem Eintreffen des Todesfalles um die Angehörigen.
Dass der Drei-Betten-Bereich seit der Eröffnung 2008 schnell eine hohe Auslastung erreichte, liegt sicher daran, dass niedergelassene Ärzte und auch das Pflegepersonal der Krankenhäuser die Patienten über das Angebot informieren. „Man sollte aber auch nicht die Bedeutung der Mund-zu-Mund-Propaganda unterschätzen“, betont Heinz Josef Breuer, der Vorsitzende der Hospizbewegung. Von Juni 2008 bis heute wurden 63 Patienten im palliativ-hospizlichen Bereich behandelt, 90 Prozent von ihnen litten an Krebs im Endstadium. Ein letzter Wunsch dieser Patienten ist es meist, in den letzten Stunden ihres Lebens in der Heimatstadt Ratingen betreut und begleitet zu werden.
Damit dies in Zukunft mehr Menschen ermöglicht wird, erfolgte nun die Aufstockung um drei weitere Betten. Die personelle Ausstattung wird übrigens für zwei Jahre durch das „Sondervermögen Altenhilfe“ des Diözesan-Caritas-Verbandes gefördert, insgesamt fließen 23 000 Euro nach Ratingen. Hospizhelfer zu finden, dürfte langfristig kein Problem sein: Die Hospizbewegung hat bereits 50 solcher Helfer ausbildet, 14 weitere absolvieren gerade die Schulung. Der Wille des Vereins, zu verhindern, dass in Ratingen Menschen einsam, isoliert und ohne adäquate Hilfe sterben, rückt näher – und auch das in der Satzung verankerte Ziel, ein stationäres Hospiz in Ratingen zu etablieren, scheint keine Utopie mehr zu sein.
Telefonaktion zum Thema Darmkrebs
Rheinische Post, 24.08.2011
Darmkrebs ist eine der häufigsten Krebserkrankungen. Allein in Deutschland wird jährlich bei 33 600 Frauen und 29 000 Männern diese Diagnose gestellt. Bei einer RP-Telefonaktion geben am morgigen Donnerstag, 25. August, 10 bis 11 Uhr, Spezialisten des St. Marien Krankenhauses rund um dieses Thema Auskunft.
Prof. Dr. Andreas Wagner und Dr. Mario Dellanna sitzen in der Redaktion an den Telefonen und beantworten Ihre Fragen zum Thema Darmkrebs. Wagner ist Chefarzt der Inneren Medizin und Gastroenterologie, Dellanna ist Chefarzt der Allgemein- und Viszeralchirurgie. Andreas Wagner: Tel. 71 13-12. Mario Dellanna: Tel. 71 13-10.
Es besteht auch die Möglichkeit, vorab Fragen per E-Mail zu schicken: redaktion.ratingen@rheinische-post.de.
RP-Telefonaktion Darmkrebs 20 08 2011
Rheinische Post, 20.08.2011
Von Joachim Preuss
Bei einer RP-Telefonaktion beantworten am Donnerstag, 25.08.2011, Chefärzte des St. Marien-Krankenhauses Leser-Fragen zum Thema Darmkrebs. Prof. Dr. Andreas Wagner und Dr. Mario Dellanna sind zu Gast in der Redaktion.
Darmkrebs ist eine der häufigsten Krebserkrankungen. Allein in Deutschland wird jährlich bei 33 600 Frauen und 29 000 Männern diese Diagnose gestellt. Die Ursachen sind bisher nicht eindeutig geklärt. Nur so viel scheint festzustehen: Das Risiko nimmt mit dem Alter zu, und auch die Ernährung spielt eine große Rolle. Bei einer RP-Telefonaktion geben am kommenden Donnerstag, 25. August, Spezialisten des St. Marien Krankenhauses Auskunft: Zwischen 10 und 11 Uhr sitzen Prof. Dr. Andreas Wagner und Dr. Mario Dellanna in der Redaktion an den Telefonen und beantworten Ihre Fragen zum Thema Darmkrebs. Vorab können Fragen auch per E-Mail gestellt werden.
Prof. Dr. med. Andreas Wagner ist Chefarzt der Inneren Medizin und Gastroenterologie, Dr. med. Mario Dellanna ist Chefarzt der Allgemein- und Viszeralchirurgie. Die Ratinger Klinik verfügt nach eigenen Angaben über fundierte Erfahrung bei Erkrankungen des Darmes und des Darmkarzinoms in der Diagnostik und in der Therapie.
Risikofaktor Übergewicht
Darmkrebs ist der zweithäufigste Krebs bei Männern und Frauen. Risikofaktoren können zum Beispiel sein: Übergewicht, Bewegungsmangel oder Ernährungsfehler. "Beim Darmkrebs haben wir die Möglichkeit, durch Vorsorgemaßnahmen die Häufigkeit der Erkrankung deutlich zu verringern", so die Mediziner.
Schätzungen zufolge konnten seit Einführung des Vorsorgeprogramms 2002 bisher bundesweit etwa 100 000 Darmkrebsfälle, durch das rechtzeitige Entdecken von Darmpolypen, die ja häufig eine Vorstufe darstellen, verhindert werden.
Die Früherkennung wird von der Krankenkasse bezahlt: Ab 50 Jahren gibt es einmal jährlich beim Hausarzt ein Testbriefchen: Damit lässt sich verborgenes Blut im Stuhl aufspüren (FOBT). Von 1000 Bluttests sind etwa 30 auffällig – dann wird eine Darmspiegelung gemacht. Und bei 30 Untersuchungen wird in drei Fällen Darmkrebs gefunden, in zwölf Fällen ein Adenom (gutartige Vorform). Ab 55 Jahren besteht Anspruch auf eine erste Darmspiegelung. Wer sie nicht in Anspruch nehmen will, kann alle zwei Jahre einen FOBT-Test machen. Ärzte raten grundsätzlich zur Eigenbeobachtung beim Stuhlverhalten – und das unabhängig vom Alter. Auffälligkeiten können wichtige und ernstzunehmende Hinweise auf Erkrankungen sein. Im St. Marien Krankenhaus werden von den Fachärzten (Chefärzte und Oberärzte) der inneren und chirurgischen Abteilung jährlich rund 1500 Darmspiegelungen (Coloskopien) durchgeführt. Die Diagnose und Therapie erfolgt immer interdisziplinär: Das heißt, ein Team aus Gastroenterologen, Chirurgen, Onkologen, Pathologen, Radiologen und Strahlentherapeuten diskutiert die Untersuchung. Danach wird eine Therapieempfehlung abgegeben.
Zu den Kooperationspartnern gehören die Praxen der Radiologen Dr. Möllmann und Dr. Dammeyer und die Onkologische Gemeinschaftspraxis im Ärztehaus an der Mülheimer Straße. Die zusätzlich notwendigen pathologischen Untersuchungen und radiologischen Therapien werden von externen Partnern vorgenommen.
Chance auf Heilung
"Meistens kann das Ziel der Operation, den Tumor mitsamt seinen Lymphknoten komplett zu entfernen erreicht werden, um dadurch eine Chance auf Heilung von dieser Krebserkrankung zu erzielen", so die Klinik. Dabei kämen ebenso schonende minimalinvasive Operationstechniken in Frage wie bei gutartigen Darmerkrankungen.
Nach der Operation wird das entfernte Gewebe mikroskopisch untersucht. Die Ergebnisse entscheiden dann über die weitere Behandlung. Ob eine medikamentöse Therapie notwendig wird, hängt vom Stadium der Erkrankung ab. "Nach einer Dickdarmoperation wird in Zusammenarbeit mit dem Hausarzt eine Tumornachsorge betrieben oder eine weitere Therapie erfolgt mit Ärzten der Onkologie und der Strahlenmedizin", so die Experten vom St. Marien Krankenhaus.
Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.smkr.de.
Nasen-Korrekturen
Ratinger Wochenblatt, 14.07.2011
Über operative Eingriffe an der Nase informiert die HNO-Fachärztin Dr. Brigitte Prem in einem Vortrag am Freitag, 15. Juli 2011. Die Zuhörer werden von 17.00 bis 19.00 Uhr im Ärztehaus an der Mülheimer Straße 37 (Seminarzentrum 3. Etage) zunächst über medizinische Indikationen aufgeklärt, die einen Eingriff an der Nase erforderlich machen.
Dr. Brigitte Prem, die auch als Belegärztin am St. Marien-Krankenhaus Ratingen tätig ist, berichtet ausführlich über Nasennebenhöhlenentzündungen, behinderte Nasenluftpassagen und durch Anomalien der Nase bedingtes Schnarchen. Selbstverständlich legt die Medizinerin auch die Art der operativen Eingriffe dar. Ebenso ein Thema: Schönheits-Korrekturen an der Nase, die übrigens ebenfalls medizinisch notwendig sein können - wenn der Patient nämlich unter einer Störung seines äußeren Erscheinungsbildes psychisch leidet. Der Eintritt ist frei.
Besucher schauen Baby-TV
Rheinische Post, 14.05.2011
Von Norbert Kleeberg
Am heutigen Samstag stellt die gynäkologisch-geburtshilfliche Abteilung des St. Marien Krankenhauses ein 4 D-Ultraschallgerät vor. Bilder von Ungeborenen werden in Echtzeit übertragen.
Da wächst Leben prächtig heran. Konturen zeichnen sich deutlich ab. Der Betrachter taucht ein in eine Welt beeindruckender Bilder. Es ist ein Staunen und Innehalten.
Dr. Stefan Kniesburges, Chefarzt der gynäkologisch-geburtshilflichen Abteilung des St. Marien Krankenhauses, sitzt an einem 4 D-Ultraschallgerät und prüft und schaut. Alles okay. Die einzelnen Bilder, die zu sehen sind, stammen aus der 26. Schwangerschaftswoche. Rund 80 000 Euro habe dieses Sonographiegerät gekostet, sagt Kniesburges, "es gehört zu den besten Geräten, die in gynäkologischen Abteilungen und Praxen eingesetzt werden".
Heute, beim Tag der offenen Tür der Abteilung, können Interessierte diese hochmoderne Technik kennenlernen. Es liegt eine Liste aus, in die sich schwangere Frauen eintragen können. Wer will, der kann die Bilder vom ungeborenen Kind nach der Untersuchung gleich mitnehmen. Das Gerät werde überwiegend in der Schwangerenvorsorge eingesetzt, erzählt Kniesburges, einzelne Organe des Kindes können gezielt untersucht werden. So sei es sogar möglich, Bewegungen der Herzklappen sichtbar zu machen. Der Arzt achtet bei der Untersuchung unter anderem auf körperliche Besonderheiten.
Mit Hilfe der 4 D-Sonographie (als vierte Dimension kommt die Zeit ins Spiel) kann man zum Beispiel Details wie Gähnen, Strecken und Daumenlutschen des Kindes festhalten und betrachten. Da die Bilder in Echtzeit übertragen werden, sprechen die Experten gern vom Baby-Fernsehen.
Ein Vorteil ist die sofort verfügbare Dokumentation (mit Bildarchivierung). Die Patientinnen bekommen unmittelbar nach Abschluss der Untersuchung ihren Befundbericht an den niedergelassenen Gynäkologen übermittelt. Der Vorteil: Alle erzielten Messdaten können zu Vergleichszwecken abgerufen werden. Kniesburges stellt klar: Durch die Untersuchung können chromosomale Erbkrankheiten (Down-Syndrom, Trisomie 21, 18, 13) nicht ausgeschlossen werden. Es kann lediglich Hinweise auf eine erhöhte Wahrscheinlichkeit einer Chromosomenbesonderheit geben.
Im St. Marien Krankenhaus gibt es im Schnitt rund 500 Geburten pro Jahr. "Mit dieser Zahl liegen wir im Kreis Mettmann hinter dem Klinikum Niederberg auf Platz zwei", betont Kniesburges.
Mein Baby in Echtzeit
Gynäkologische Abteilung investiert in neueste Technik - Samstag Tag der offenen Tür |
Ratinger Wochenblatt, 12.05.2011
Salopp sprechen Ärzte manchmal vom „Baby-Fernsehen“, medizinisch korrekt heißt das Gerät jedoch GE-Voluson E8 bzw. 4-D Ultraschall. Diese Technik, die ab sofort auch in der geburtshilflichen Abteilung des St.-Marien-Krankenhauses Ratingen eingesetzt wird, ist derzeit das Beste vom Besten. Wer sich die Apparatur einmal selber anschauen möchte, ist am kommenden Samstag zu einem Tag der offenen Tür eingeladen.
Das Ultraschallgerät findet überwiegend Anwendung in der Schwangerenvorsorge, denn man kann damit ein dreidimensionales Bild des ungeborenen Kindes in Echtzeit erzeugen. Das bedeutet, dass auch die Bewegungen des Kindes auf dem Monitor zu sehen sind. Ob Gähnen, Strecken oder auch Daumenlutschen – das Gerät liefert faszinierende Einblicke. Außerdem können einzelne Organe des Kindes gezielt untersucht werden. |
Amüsante Reise in den Darm
Vorsorg-Theater und Chefarzt-Vorträge am 12. März Ratinger Wochenblatt, 03. März 2011 Es geht um ein ernstes Thema, aber der Zugang dazu wird über eine Komödie gelegt. „Alarm im Darm“ lautet der launige Titel des Stücks, das am Samstag, 12. März, an ungewöhnlichem Ort aufgeführt wird. Das Ärztehaus an der Mülheimer Straße 37 wird zur Bühne für das „Vorsorg-Theater“ (allein dieser Name ist ja schon preiswürdig), das im Auftrag des St.-Marien-Krankenhauses den Verlauf einer Darmspiegelung amüsant in Szene setzt. |
Lehrreich ist das Stück aber auch, und damit der ideale Einstieg für den Info-Tag des Krankenhauses zum Thema Darmkrebs. Es folgen medizinische Patientenvorträge der Chefärzte Professor Dr. Andreas Wagner (Innere) und Dr. Mario Dellanna (Chirurgie) sowie des niedergelassenen Onkologen Dr. Arnd Nusch.
Traditionell ist der März in Deutschland der „Darmkrebsmonat“. Landauf, landab klären dann Krankenhäuser und andere medizinische Einrichtungen über diese gefährliche Erkrankung auf. „Darmkrebs ist die zweithäufigste Krebsart in Deutschland, und zwar bei Männern wie bei Frauen“, sagt Professor Dr. Andreas Wagner. Sechs Prozent der Deutschen entwickeln – zumeist im Alter – ein Karzinom am Dick- oder Mastdarm. 70 000 Neuerkrankungen gibt es jedes Jahr. Das sind hohe Zahlen, und sie stehen in krassem Widerspruch zur schwachen Inanspruchnahme der Früherkennung. Nur drei Prozent der „Berechtigten“ pro Jahr lässt eine Darmspiegelung durchführen. „Das sind viel zu wenige Teilnehmer“, sagt Professor Wagner, „umso mehr, als die Koloskopie eine exzellente Vorsorgemaßnahme ist.“
Zuverlässig kann man eine Erkrankung oder Risikoträger wie Polypen erkennen – und sofort entfernen. Trotz dieser einzigartigen Effizienz scheuen viele Menschen den Weg zum Arzt. „Darmkrebs ist ein Thema, mit dem sich niemand gern beschäftigt, geschweige denn darüber spricht, und viele fürchten sich auch vor einer Darmspiegelung“, weiß Dr. Mario Dellanna aus vielen Patientengesprächen. Gerade deshalb sei der komödiantische Ansatz des Vorsorg-Theaters ein interessanter Versuch. „Die machen das wirklich toll“, sagt Dellanna. Wie von selbst werde ein Tabu aufgebrochen.
„Alarm im Darm“ wurde vom Autor Volker Heymann im Auftrag der Stiftung „LebensBlicke“ geschrieben, deren Zweck die Förderung der Darmkrebs-Früherkennung ist. In Szene gesetzt wird die Reise in den menschlichen Auspuff durch die Schauspieler Coralie Wolff und Jürg Hummel – und zwar derart unterhaltsam, dass sich das Publikum die anschließend durch die Mediziner aufgetischten harten Fakten wie von selbst einverleibt.
Zunächst spricht Professor Dr. Andreas Wagner über Vorsorge und Diagnostik bei Darmkrebs. In seinem einführenden Vortrag wird er erläutern, wie sehr sich beides in den letzten Jahren verbessert hat. Der ausgebildete Gastroenterologe (Spezialist für Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts) wünscht sich eine höhere Teilnahme an der Darmspiegelung, die ab einem Alter von ca. 55 Jahren routinemäßig alle zehn Jahre empfohlen wird. „Wer ein höheres Risiko in sich trägt, etwa durch familiäre Vorerkrankungen, sollte sich natürlich früher und öfter untersuchen lassen“, sagte Wagner.
Kommt der Krebs doch, muss gegebenenfalls der Chirurg eingreifen. Chefarzt Dr. Dellanna wird in seinem Vortrag vor allem auf die minimal invasive Operationsmethode eingehen, die auch bei Darmkrebserkrankungen immer häufiger angewendet wird. „Sie hat mehrere Vorteile: Der Krankenhausaufenthalt ist kürzer, die Immunabwehr wird durch die Operation weniger geschwächt, und die Qualität des Ergebnisses ist gleich.“ Dellanna will den Zuhörern aber auch die weit verbreitete Angst vor einem künstlichen Darmausgang nehmen. „Das ist der Ausnahmefall.“
Die wesentlichen Verbesserungen in der medikamentösen Therapie wird abschließend der im Ärztehaus niedergelassene Onkologe Dr. Arnd Nusch darstellen. „Die Chemotherapie ist viel effektiver geworden, nicht zuletzt durch die engere Zusammenarbeit verschiedener medizinischer Fachrichtungen“, sagt Professor Wagner. Bisweilen könne sogar eine genetische Untersuchung des Tumors wertvolle Hinweise zur Aufstellung einer individuellen Therapie geben.
Die Vorträge am 12. März sind allgemeinverständlich gehalten und für jeden interessant, der sich über das Thema umfassend informieren will. Es bleibt auch ausreichend Zeit für Fragen. Der Zeitplan: 11 Uhr Theaterstück „Alarm im Darm“; 12 Uhr Prof. Dr. Andreas Wagner: Vorsorge, Diagnostik, anschließend Pause; 13.15 Uhr Dr. Mario Dellanna: Chirurgische Therapie; 14 Uhr Dr. Arnd Nusch: Onkologische Therapie. es
Dickes Lob für St. Marien-Krankenhaus
Ratinger Wochenblatt, 17.06.2010
Kommen wir in die Abteilung Lob und Dank:
Christa Barghoorn möchte ihre exzellente Versorgung durch das St. Marien-Krnakenhaus hervorheben. Mit einem Akut-Infarkt kam sie ins Krankenhaus. Und vom Rettungswagen über die Ambulanz bis zur Intensivstation fühlte sie sich stets bestens betreut. Auch der Transport in eine Essener Spezialklinik und die Rückkehr wurden perfekt organisiert, und bei ihrem abschließenden Aufenthalt auf Station 3B wurde sie freundlich umsorgt. "Ganz toll", resümiert Christa Barghoorn.
Erste Palliativstation in unserer Stadt ist voll ausgelastet Zuflucht für Schwerstkranke
Ratinger Wochenblatt, 08.07.2009
Ratingen. Im Juni 2008 wurde sie eröffnet: Ratingens erste Palliativstation. Das neue Angebot im Wohnbereich „Cromford“ des St.-Marien-Seniorenheims hat offenbar eine Versorgungslücke geschlossen. „Die drei Betten waren im vergangenen Jahr zu 90 Prozent belegt.
Wirtschaftlich gesehen ist das eine Vollauslastung“, berichtete Ralf Hermsen bei einer ersten Zwischenbilanz. Weder der Geschäftsführer der St.-Marien-Krankenhaus GmbH noch seine Kooperationspartner von der Hospizbewegung Ratingen e.V. hatten mit diesem raschen Erfolg gerechnet. „Üblicherweise“, so Hermsen, „haben solche Angebote eine längere Anlaufzeit.“ Nun müsse man sich mit dem Thema Erweiterung beschäftigen.
Die Palliativstation ist die letzte Zuflucht für schwersterkrankte Menschen. Hier können sie ihre letzten Wochen oder Monate würdevoll verbringen. Bis zur Eröffnung des neuen Versorgungsangebots war das in Ratingen nicht möglich. Ratinger, die an ihrem Lebensende einer intensiven Pflege bedurften, mussten in stationären Hospizen in Duisburg, Düsseldorf oder Erkrath untergebracht werden.
Dank der guten Kooperation zwischen Hausärzten, Krankenhausärzten, fachlich speziell geschulten Pflegekräften und den ehrenamtlichen Hospizhelferinnen wird ihnen nun im Marienheim eine umfassende und vor allem heimatnahe pflegerische Versorgung geboten. So müssen die Patienten in der letzten Lebensphase nicht ihre vertraute Umgebung verlassen. Und auch Besuche von Angehörigen und Freunden werden durch eine Unterbringung in Ratingen erleichtert.
Wichtigster medizinischer Schwerpunkt auf der Station ist die Schmerztherapie. Rund 90 Prozent der bislang 21 Bewohner befanden sich im Endstadium einer unheilbaren Krebserkrankung. Eine Fachkrankenschwester der Onkologie sowie die nahe am Krankenhaus angesiedelte onkologische Fachpraxis helfen, die körperlichen Beschwerden so weit es geht zu lindern.
Für die psycho-soziale Betreuung sind vor allem die ehrenamtlichen Helferinnen der Ratinger Hospizbewegung zuständig. Judith Kohlstruck sucht für sie noch Verstärkung: „Beruf, Alter oder Nationalität spielen dabei keine Rolle, aber die Bewerber sollten selbst psychisch stabil sein“, sagt die Koordinatorin. Und natürlich werden die ehrenamtlichen Helfer für ihre anspruchsvolle Aufgabe speziell geschult. Interessenten können sich montags, mittwochs und freitags von 9 bis 11 Uhr unter der Rufnummer 2 38 47 bei ihr melden.
Und die Zusammenarbeit zwischen professionellen und ehrenamtlichen Kräften? Die funktioniert im Seniorenheim tadellos. Das hat eine Studentin der Kölner Fachhochschule dem Ratinger Projekt in ihrer Abschlussarbeit bescheinigt. Gegenseitige Schulungen und Weiterbildungen sowie ein regelmäßiger „runder Tisch“ der beteiligten Ärzte, Pfleger und Ehrenamtler sorgen für ein fruchtbares Arbeitsklima.
Krankenhaus-Geschäftsführer Ralf Hermsen sieht sich deshalb in seiner Strategie bestätigt, verschiedenste Akteure für eine optimale medizinische Versorgung der Ratinger zusammen zu bringen. „Alleine“, so Hermsen, „könnten wir solche Angebote gar nicht stemmen.“ Und er sieht einen wachsenden Bedarf für die Zukunft. Eine Erweiterung um drei Betten kann er sich daher „durchaus vorstellen“. tz
Hospiz im Marien-Krankenhaus
Westdeutsche Zeitung, 29.06.2009, von Anne Wolf
Seit einem Jahr gibt es ein Hospiz mit drei Betten im Marien-Krankenhaus. Der Bedarf ist groß. Die Klinik will das Angebot ausbauen. Die Menschen, die Hospizbewegung und Marien-Krankenhaus im Seniorenheim an der Werdener Straße betreuen, sind todkrank. Sie kommen, weil sie es zu Hause alleine nicht mehr schaffen, oder weil
die Angehörigen überfordert sind. „Wer unheilbar krank ist, braucht Pflege rund um die Uhr“, sagt Judith Kohlstruck, Koordinatorin der Ratinger Hospizbewegung. „Angehörige können das alleine kaum schaffen.“
Ein letztes Mal in der Stammkneipe vorbeischauen
Eine schwierige Situation besonders für die Patienten. Wer ins Hospiz geht, weiß, dass er sterben wird. Bis vor einem Jahr blieb Betroffenen aus Ratingen nur die Möglichkeit, eins der Häuser in Erkrath, Duisburg oder Düsseldorf aufzusuchen – weit weg von Familien oder Freunden. Schon vor sieben Jahren entschied die Hospizbewegung deshalb, ein Angebot in Ratingen zu schaffen.
Die Umsetzung aber brauchte Zeit: „Für ein eigenes Haus fehlten uns die Mittel“, sagt Vorsitzender Josef Breuer. Erst gemeinsam mit dem Marien-Krankenhaus gelang das Vorhaben. Seit einem Jahr betreuen Ehrenamtliche und Festangestellte die Kranken nun im ersten Stock des Seniorenheims, nur durch eine Glastür getrennt von den Heimbewohnern.
Die Zimmer sind frisch renoviert, die Möbel stellt das Krankenhaus. Nur die Nägel in der Wand deuten an, dass Menschen sich hier eingerichtet hatten. „Viele bringen Bilder von Ehepartner oder Kindern mit und hängen sie hier auf“, sagt Kohlstruck. Das Zimmer steht leer, der Wind zerrt an den Vorhängen.
Auf der Straße schlendern die Passanten vorbei. Viele Patienten wünschen sich ein Zimmer mit Blick auf die Straße, weil sie so den Eindruck haben, noch am Leben teilzuhaben. „Wir haben aber auch einen Raum mit Aussicht auf den Garten“, sagt Kohlstruck.
Nebenan haben die Mitarbeiter eine kleine Teeküche eingerichtet. Dort können sich auch die Angehörigen einen Augenblick ausruhen – ein Schlafsessel steht bereit.
Es sind die kleinen Dinge, mit denen Ehrenamtliche und Krankenhaus den Patienten die letzten Tage leichter machen wollen. „Ein Betroffener hatte sich gewünscht, noch einmal in seiner Stammkneipe vorbeizuschauen. „Das haben wir für ihn organisiert.“
Das Seniorenheim auf dem Flur sei für die Patienten eine Bereicherung. Es kommt vor, dass Bewohner und Patienten sich von früher kennen. „Wir hatten eine Seniorin hier, die eine Patientin regelmäßig besucht hat.“
21 Patienten haben die Mitarbeiter im vergangenen Jahr begleitet.
Auch die Zusammenarbeit von Ehrenamtlichen und Festangestellten klappt. Zwei Mitarbeiter des Krankenhauses haben sich für die palliative Pflege ausbilden lassen – vier weitere Pfleger sollen bald an Fortbildungen teilnehmen.
Da die meisten Patienten – immerhin 90 Prozent – an Krebs leiden, ist auch eine Fachkrankenschwester der Onkologie fest im Team. Die Mitarbeiter wollen den Patienten Schmerzen ersparen – das ist das Ziel der Therapie. Hierbei wird das Krankenhaus von ambulanten Partnern und den Hausärzten der Patienten unterstützt. „Ich war selbst überrascht, dass das Konzept so gut greift“, berichtet Krankenhaus-Geschäftsführer Ralf Hermsen.
21 Patienten haben die Mitarbeiter im vergangenen Jahr begleitet, die meisten der Patienten kamen aus Ratingen, viele von ihnen waren älter als 70 Jahre, das Hospiz ist zu 90 Prozent ausgelastet.
Weil die Nachfrage steigt, überlegen Hospizbewegung und Krankenhaus nun das Angebot zu erweitern. „Ich könnte mir durchaus vorstellen, noch drei weitere Plätze zu schaffen“, sagt Hermsen. „Da ist ein Bedarf angemeldet, den wir nicht erfüllen können.“
Mehr Hospiz-Plätze
Rheinische Post, 30.06.2009, von Julia Hagenacker
Ratingen (RP) Im Juni 2008 eröffnete der Bereich "Palliative Pflege" im St. Marien-Seniorenheim – Ratingens erstes und bislang einziges Hospiz. Die Kooperationspartner zogen gestern Bilanz, und die fiel durchweg positiv aus.
Die Hospizbewegung Ratingen, Hans-Böckler-Straße 20, Tel. 23847 und Tel. 994801, sucht ständig ehrenamtliche Hospiz-Helfer. Im August findet ein Einführungs-Kursus statt.
Wer andere Menschen in den letzten Wochen des Lebens begleiten wolle, müsse vor allem über eine gewisse emotionale Stärke verfügen", sagt Judith Kohlstruck, Koordinatorin der Hospizbewegung.
Der Gedanke fällt nicht leicht, aber er muss gedacht werden, irgendwann: "Was ist, wenn ich krank werde – so schwer, dass ich nicht mehr zu Hause gepflegt werden kann?" Wer lange in Ratingen gelebt hat, möchte seine letzten Tage vermutlich nicht irgendwo, in irgendeinem Hospiz in einer fremden Stadt verbringen. Wer nur noch wenig Zeit hat, braucht vor allem eines: eine vertraute Umgebung.
Bis vor einem Jahr mussten schwerstkranke Ratinger Bürger, die einer stationären, palliativen (schmerzlindernden) Versorgung bedurften, in der Tat in den Hospizen der umliegenden Städte untergebracht werden – im evangelischen Krankenhaus in Düsseldorf zum Beispiel, in Erkrath oder in Duisburg-Hamborn. In Ratingen gab es kein entsprechendes Versorgungsangebot, bis im Juni 2008 der Bereich "Palliative Pflege" im Wohnbereich Cromford des St. Marien-Seniorenheims eröffnet wurde. Gestern zogen die Kooperationspartner, die St. Marien-Krankenhaus GmbH und die Hospizbewegung Ratingen e. V., eine erste Bilanz, und diese fiel durchweg positiv aus.
"Eine solch enge Zusammenarbeit zwischen einer ambulanten Hospizbewegung und einem großen stationären Partner des Gesundheitswesens ist in NRW selten, vielleicht sogar einmalig", sagte Ralf Hermsen, Geschäftsführer der St. Marien-Krankenhaus GmbH. "Dass das in Ratingen so gut geklappt hat, liegt auch daran, dass sich die Kooperationspartner bereits vorher kannten." Schon vor sieben, acht Jahren habe man zusammengesessen und über ein entsprechendes Angebot nachgedacht. Alleine stemmen konnte es – vor allem aus finanziellen Gründen – weder das Krankenhaus noch die Ratinger Hospizbewegung.




